Die gestreamte Revolution und die Demo

30 10 2009

Also das hat mich schon gewundert. Gestern auf der Demo wurde ich doch glatt aufgefordert, mir eine Einwilligung der Personen zu holen, die ich filme bzw. darauf aufmerksam gemacht, dass „die Leute nicht gefilmt werden wollen“. Ok, es war ein Einzelfall, aber er amüsierte mich. Eine angekündigte, öffentliche Großdemo mit 50.000 Teilnehmern im öffentlichen Raum für eine von der Bevölkerung großteils als positiv bewerteten Sache und ich darf nicht fotografieren und filmen. Also manche Ansichten sind wirklich sehr radikal oder vielleicht hat der liebe Kollege auch an zu vielen „nicht so friedlichen Demos“ teilgenommen…

nostream

Diese Texte hängen unter anderen auch im Audimax. Natürlich akzeptiere und respektiere ich die Meinungspluralität bei dieser Bewegung (obwohl sie von einigen Kollegen nicht akzeptiert wird, wenn mal ein Gegner der Besetzungen spricht), aber die Aussage des Plakates ist schlichtweg falsch. Natürlich bin ich ein massiver Gegner von Überwachung, aber bei #unibrennt geht es um eine öffentliche und offene Bewegung, an der jeder (der sich vielleicht so nicht ins Audimax trauen würde) partizipieren soll und kann. Im gesamten deutschsprachigen Raum gibt es positive Rückmeldungen über diese offene Form des Diskurses über eine neue Bildungspolitik. Alles, was derzeit abläuft, haben wir nicht etwa einem Öffentlich Rechtlichen Rundfunk zu verdanken, der gezielt immer dann anrückt, wenn das Audimax ziemlich leer ist und danach auf der Straße Leute zu Wort kommen lässt, die für Gebühren sind, damit „nicht alles studieren kann“ – sondern unseren eigenen Kanälen. Via Facebook, Skype, Studivz, Livestreams (3000 Zuseher!), Twitter, etc… haben wir uns vernetzt und koordiniert und schlussendlich eine der größten Demos Österreichs zustande gebracht – und nein, es waren niemals nur 10.000 Leute. Wers nicht glaubt, kann gerne nachzählen!

Was für eine Veranstaltung! Für die Menge hätten wir 40 Audimaxe’ gebraucht, um alle Teilnehmer unterzubringen. Soviel Energie lag in der Luft, ein wahrer Höhepunkt dieser Bewegung. Am Schluss musste sogar der Ring bis 2:00 Uhr gesperrt bleiben, während Ja Panik! und Luise Pop auf der Spitze der Unirampe die Menge bespielte.
Das alles haben WIR geschafft. Mithilfe nationaler und internationaler Vernetzung mittels neuer Medien.
Sonst hätten nie Medien, Schüler, Studenten, Migranten, Arbeiter, Angestellte, Junge, Alte, Behinderte und Professoren zu uns gefunden, unsere Meinung gehört und sich mit uns solidarisiert.
Was für eine schöne Zeit, in der den Mainstreammedien nicht mehr blind vertraut wird, die uns als partymachende Säufer ohne Plan und Ziel hingestellt haben. Denn wer mal einen Tag den Stream verfolgt hat, wird sehen, wie subjektiv die sogenannten unabhängigen Medien über die Besetzungen der Hörsäle berichtet haben.

Demo

Der vorläufige Höhepunkt des Protestes ist nun erreicht. Nun muss man darauf achten, dass die Netzwerke nicht müde werden und sich von der ständig abwartenden und gesprächsverweigernden Politik nicht demotivieren lassen. Zu viele Meinungen und Richtungen haben sich aufgetan, erste Diskrepanzen kristallisieren sich heraus und die Netzwerke werden durch neue nationale und internationale Besetzungen und Informationsüberschuss stark belastet – ich hoffe, allen wird das höhere Ziel der Bewegung bewusst, helfen mit und lassen sich nicht unterkriegen!
Auch nicht durch Bombendrohungen!





Ein unlöschbarer Flächenbrand. Die #unibrennt!

27 10 2009

Jetzt ist es passiert. Die Studenten der Österreichischen Universitäten hatten endlich genug von den Einschränkungen, schwachsinnigen Anmeldesystemen, Voraussetzungsketten, stetig wachsendem Einfluss der Politik und vielen weiteren Punkten. Die Generation Praktikum, die mutmaßlich lieber schnell ausgebildet, als umfassend gebildet werden will, die angeblich keine Interesse an Politik mehr hat, hat sich vereinigt und, ausgehend von der Besetzung der Akademie der Bildenden Künste, den größten Lehrsaal der Universität, das Audimax besetzt.

Ich erfuhr von der Besetzung zeitgleich via Telefon und Twitter und machte mich so schnell wie möglich auf den Weg – und streamte mein erstes Eintreffen sogar Live, schickte auch gleich, wie viele andere, ein paar Fotos und Videos hinterher (das wars ab jetzt mit Eigenlinks, versprochen ;) ).
Die Onlinemedien sprangen auf und schon bald war das Audimax voller als bei einer Einführungsvorlesung der Publizistik.

Audimaxbesetzung

Am ersten Tag wurden zahlreiche Reden geschwungen und Parolen gebrüllt, am Abend ausgiebig und zivilisiert gefeiert. Die Uni gehörte uns!
Wie immer bei öffentlichen Räumen, die 24h lang zugänglich sind, kam es zu Vorfällen wie mit Permanent Marker getaggte Wände und einem kleinen zerbrochenem Glaselement einer Türe.
Die Schäden wurden am nächsten Tag von der Uni mit 100.000€ beziffert. Den Sachverständiger muss ich mir im Falle des Falles mal ausborgen.

Dementsprechend fiel auch die erste Berichterstattung der konservativen Blätter aus. Ein unorganisierter Haufen macht 24h Party lautete der Tenor (und hält sich teilweise auch bis dato).

Am Ende des ersten Tages hatten mein Content an die 10.000 Views, ich war in großen Onlinemedien verlinkt, Anfragen für Fotos lagen im Email-Postfach und RTL wollte mich (für 50€ :p) als Kameramann engagieren.

Schon am Tag zwei erwuchsen deutlich sichtbare basisdemokratische Strukturen. Die Arbeitsgruppen, die sich schon am Vortag gebildet hatten, nahmen ihre Arbeit auf und präsentierten die Ergebnisse im Plenum. Eine Infrastruktur von Presse bishin zu einer Küche war im Aufbau und am Tage wurde schon mal eifrig demonstriert.

Audimaxtag5

Wer heute, am Tag 6, das Audimax betritt, findet sich in einer eigenen Welt wieder. Es steckt Energie in diesem großen Raum. Es gibt mittlerweile 75 Arbeitsgruppen, die diverseste Dinge in der Gruppe diskutieren, herstellen und präsentieren. Von 7:00 Uhr früh bis 1:00 Uhr morgens gibt es an mehreren Standorten Plenen, Vorträge, Filme und Diskussionen mit internationalen ExpertInnen. Alle sind gleich und jeder darf seine Anliegen vorbringen und mitdiskutieren. Beschlüsse werden ebenso gefasst. Eine kleine Stadt ist entstanden. Jeder ist integriert, kann mithelfen, wird und fühlt sich gebraucht.
Ein Livestream aus dem Audimax (und jetzt auch aus bis dato 4 weiteren Universitäten) versorgt ca. 3000 Personen mit Informationen, die gerade nicht vorort sein können bzw. aufgrund der chronischen Überfüllung einfach nicht mehr in den Raum kommen. Daneben wird simultan in Gebärdensprache übersetzt. Im Hintergrund läuft eine Twitterwall, die es jedem erlaubt zu partizipieren. Eine Website vernetzt alle deutschsprachigen Unis, es gibt ein Wiki, einen Youtube-Kanal und eine Datenbank mit Material. Kurz: in einer knappen Woche wurde signifikant mehr gemacht und aufgebaut, als es die Uni in den letzten Jahren geschafft hatte.
Nun sind wir effizient und vernetzt. Andere Universitäten, Schulen, Parteien, Firmen, Arbeiter, Konzerne, Gruppen, … solidarisieren sich, die Medien, v.a. die für die Mainstreammeinung wichtigen Boulevardmedien, berichten nun neutral bis überaus positiv.
Lt. Robert Misik hängen auch sämtliche Journalisten vor den Livestreams, weil sie einfach nicht glauben können, wie effizient, gemeinsam, fair und organisiert die Bewegung arbeitet.
Hier eine gute Linksammlung zu diesem Thema.
Natürlich gibt es nach wie vor Gruppen, denen die Besetzung gar nicht passt, denen es IMHO aber einfach nur an vorurteilsfreier Selbstreflexion fehlt. Hier ein guter Blogpost dazu.

Wer von der Aufbruchstimmung angesteckt werden will, soll einfach in seine nächstgelegene Uni schauen und sich an einem Plenum oder einem Vortrag beteiligen bzw. sich die On-Demand Streams (zB. diesen oder jenen (ab Minute 5)) ansehen, denn sonst versäumt er/sie das bildungspolitisch wohl wichtigste Ereignis des (mindestens) Jahrzehnts.
StudentInnen, die konstruktiv, natürlich nicht immer ganz Problemlos, an einer Lösung der Bildungsmisere arbeiten und um Anhörung ihrer Probleme bzw. einen konstruktiven Diskurs betteln und auf der anderen Seite eine vollkommen verstörte, diskussionsunwillige und handlungsunfähige Politik, allen voran Dr. Hahn, der ja jetzt gerade ins Exil für unfähige Politiker abgeschoben wird.

Während ich dieses Posting schreibe, werden gerade zahlreiche Hörsäle in ganz Österreich besetzt und die Technische sowie die Versorgungsinfrastruktur dorthin ausgeweitet.
Es wäre also nicht schlecht, demnächst mal Diskussionsbereitschaft zu zeigen – und nicht mit einem gewählten Vertreter (sowas gibt es bei uns nicht), sondern im Plenum. Sachlich, fundiert.
Denn das Monster wächst und ist schon jetzt nicht mehr zu stoppen. Willkommen in der Politik 2.0!





Multimedia mobil

21 10 2009

Ich reize ja gerne meine Hard- und Software aus. Meine Computer laufen meist 24/7 und haben nur selten mal nichts zu tun. Ich übertrage, synchronisiere, transferiere, sichere, berechne, wandle meine Daten und installiere mir mit Freuden kleine Progrämmchen und Helferlein, die mir dabei zur Hand gehen. Seit ich einen Mac habe, muss ich noch dazu den Computer nicht ständig ausmüllen, weil das System trotzdem noch stabil läuft – obwohl ich es schon auf den vierten Laptop überspielt und zum dritten mal aufs neueste Betriebssystem upgedated habe.

Im Sommer tätigte ich dann eine der besten Investitionen, die man machen kann. Ich gönnte mir das iPhone 3GS. Da also mein Laptop ständig etwas zu tun hat, Serveraufgaben übernimmt bzw. gleichzeitig mit 5 externen Festplatten verbunden ist, endlich eine Möglichkeit, mobil zu Arbeiten.

Hier meine Lieblings-Apps fürs den mobilen Computerzugriff:

Simplify Music 2
Falls die Musiksammlung nicht aufs iPhone passt bzw. man einen bestimmten Song hören will – hier die Lösung. Simplify Music shared die komplette iTunes Library übers Netz.

Simplify Photo
Selbiges gibt es auch für Fotos. Da ich meine 300GB nicht aufs Handy bringe, hol ich mir die Bilder lieber gezielt übers Internet.

Air Video
Was fehlt jetzt noch? Genau – Videos. Diese Applikation ist der Hammer! Nie wieder die unterschiedlichsten Dateien ins iPhone Format konvertieren müssen. Die Applikation rechnet jede Videodatei am Rechner live um und streamt sie aufs Handy. Fertige m4v-Dateien können natürlich auch ohne Conversion gestreamt werden.

Zumo Drive
1GB Speicherplatz im Web (upgradebar) für Dokumente, PDFs, Musik, Videos. Jederzeit verfügbar.

LogMein
Braucht man doch einmal vollen Zugriff auf den Computer, kann man sich wunderbar und komplett problemlos mit LogMein einloggen.

Mit fehlt nun nur noch eine Tastatur, die mit dem iPhone kompatibel ist – dann muss ich das Macbook nichtmal mehr auf die Uni mitnehmen. :)





Bub sei g’scheit und studier… nicht

11 10 2009

Langsam wirds ja dann schon fad über die Probleme des Durchschnittsstudenten 2.0 zu lesen, oder? Keine Angst, ich hab eh auch andere Themen, die nur darauf warten, gebloggt zu werden. Aber die meisten werden wohl in der Lade verstauben. Wieso?
Die Uni hat begonnen, ich hab wie immer tolle Lehrveranstaltungen und bin top motiviert, mich über Literatur, Webseiten, Forschungen, Kameras und andere Utensilien zu schmeißen. Also wenig Zeit für Blogbeiträge, die sowieso keiner liest.

Leider bin ich wohl die letzte Generation, die noch etwas Spaß und Motivation am Studium haben kann.

Als absoluter Allrounder, dessen Interessen, sollte ich sie kurz erläutern müssen, sich rund um Journalismus, neue Medien, Forschung, Psychologie, Musik, Foto und Film drehen habe ich mein Studium, Publizistik- und Kommunikationswissenschaft, aufgrund meiner hohen Affinität zu diesem Fach, der Diversität der Ausbildung und der relativen Wahlfreiheit von Lehrveranstaltungen gewählt.
Seit ich nun studiere wird stetig am System herumgepfuscht (Danke, Herr Hahn) und plötzlich geht es nicht mehr darum, nach seinen Forschungsinteressen zu studieren, sondern irgendwie, möglichst schnell, durchzukommen.

Oft werden die Studenten kritisiert, weil der Trend zum Stressstudium in Rekordzeit geht. Doch es ist das Wissen, dass einem der dunkle Schatten der Verbürokratisierung nacheilt, dass einem heutzutage antreibt.

Eine kleine Timeline (on the fly, direkt aus meinem Kopf) über die wichtigsten Ereignisse der jüngsten Vergangenheit:

2004: Das Bologna-System ereilt die Publizistik. Der Bachelor/Master wird eingeführt. Das Studium dauert nun ein Jahr länger, dafür wird das alte, 4- Jahre Diplomstudium, in die 3 Jahre Bachelor gequetscht, damits keine halbe Ausbildung wird. Ein bekanntes Problem in der Umstellungsphase.

2006: eine neue Version des Bachelor wird eingeführt. Grundlagen dominieren nun den Bachelor.

2007: Die Aufnahmeprüfung wird eingeführt. Ich beginne mein Studium. Durch das neue System melden sich wie durch Geisterhand etwa 300 Studenten wieder ab und keiner muss abbrechen, wenn er überall positiv war.

2008: Die Aufnahmeprüfung wird abgeschafft, dafür kommt das Modulsystem. Man muss im ersten Semester alle vorgeschriebenen Prüfungen positiv haben, damit man im zweiten Lehrveranstaltungen besuchen darf, dann im zweiten alle vorgeschriebenen Prüfungen positiv haben, bevor man überhaupt andere Fächer besuchen darf. Wenn man also im ersten Semester eine Prüfung verhaut, verliert man ein ganzes Jahr.

2009: verpflichtende Studieneingangsphasen, Studiengebühren werden teilweise abgeschafft, die Wahlfächer werden stark eingeschränkt (Erweiterungscurricula statt WAHLfächer), vereinheitlichte Anmeldung mit Punktesystem, Einschränkung der zulässigen Studierendenzahlen in Lehrveranstaltungen (zB. 250 statt 1000, 220 statt 550), Pflichtlehrveranstaltungen für die es 0 (null) ECTS gibt, neue Uni-Gesetznovelle, Verbot Prüfungsbögen zu kopieren, NC-Möglichkeit für Bachelor, Zugangsbeschränkung für Master und Doktoratstudien, Schwächung des Mitspracherechts der Studentenvertretung

Man sieht also – der Trend geht zur Gleichschaltung und zur Einflussnahme von Lobbys und Politik ins Universitätssystem. Vorbei sind ab sofort die Zeiten, an denen man sich Studienpläne frei und nach Forschungsinteresse zusammenstellen konnte. Es geht nicht mehr um Forschung und Bildung – nur noch um schnelle systematische Ausbildung in acht Geschmacksrichtungen.

Die Ausrede der Politik? Man werde von ausländischen, zumeist Deutschen Studenten überschwemmt und muss dem entgegenwirken.
Kommt man auf die Idee, eine vorausschauende Bildungspolitik zu betreiben, vielleicht ein bilaterales Abkommen mit Deutschland zu erarbeiten? Die Chance zu nutzen und Österreich als Bildungs- und Forschungsland zu etablieren? Jedem die Möglichkeit bieten, sich fortzubilden? Geld in das wichtigste Gut der heutigen Gesellschaft, die Bildung, zu investieren?

Nein. Man erschwert das System lieber für alle Studenten, indem man die Zugänge restriktiert und das System so kompliziert macht, dass man schon fast ein eigenes Studium braucht, um den Mikrokosmos Uni zu verstehen.

Ich bin froh, einer der letzten zu sein, die noch halbwegs ihren eigenen Interessen folgen konnten.
These times are over





Eins zwei oder drei

29 09 2009

Die erste Anmeldephase ist vorbei und ich habe es in drei von vier Lehrveranstaltungen hineingeschafft, meine Wahlfächer sind noch idle.
Bis zur letzten Sekunde hab ich taktiert, Punkte abgezogen, woanders investiert und gehofft – und so wie es aussieht bin ich nochmal mit einem blauen Auge davongekommen und mein Abschluss in Mindeststudiendauer ist (bis zur Anmeldung zu neuen Kursen im nächsten Semester) derzeit nicht gefährdet.

Anders geht es einigen Kolleginnen und Kollegen. Ein paar haben alle 1000 Punkte auf eine Veranstaltung gesetzt und sind nicht reingekommen, andere werden nicht aufgenommen, da es sich bei den LVs um Übungen für Doktoranden handelt, dies aber nirgends angekündigt wurde.
Ein besonderes Zuckerl ist auch, dass das Anmeldesystem (natürlich unangekündigt) im Hintergrund den Stundenplan der gewünschten Lehrveranstaltungen gescannt hat und wenn sich z.B. eine Übung mit einer Vorlesung überschneidet (wenn auch nur ein einziges Mal bei Blockveranstaltungen) oder wenn eine LV zu Ende ist und die nächste zur selben Zeit anfängt (auch wenn sie im selben Lehrsaal stattfindet), man, egal wieviele Punkte gesetzt, automatisch aus der Übung (nicht aus der Vorlesung, die ja keine Veranstaltung mit Anwesenheitspflicht ist) rausfliegt.
Toll, oder?
Was sich die Uni immer alles einfallen lässt.

Achja. Zu meinen vorigen Postings: Weder die Wahlfachverantwortliche noch die Studienvertretung haben bis dato etwas von sich hören lassen, dafür wurde aber zumindest deren Website endlich upgedated – um den Termin fürs Publizistikfest anzukündigen.
Danke.





I did it

26 09 2009

Heute hab ich es gewagt, ich bin nun für 8 Lehrveranstaltungen (inkl. Wahlfächer) angemeldet, die restlichen zwei kann ich aufgrund von Überschneidungen leider nicht absolvieren. Aber irgendwie auch gut so, 2 Vorlesungen mehr und ich wäre bei der Anmeldung verhungert, verdurstet und bewusstlos vom Sessel gekracht.

Wieso?

Das lässt sich „kurz“ gefasst in einem kleinen Video veranschaulichen, dass ich bei einem Anmeldevorgang aufgenommen habe

Montag früh erfahren wir dann die Ergebnisse unseres Instituts vom Russischen Anmelde-Roulette, aber da zB. bei einer Wahlfach-LV, die ich besuchen möchte schon 4 Tage vor Anmeldeschluss 700 Leute auf 240 Plätze angemeldet sind, wird der Albtraum wohl so schnell kein Ende nehmen.





Die Änderungen im Uni-Anmeldesystem

25 09 2009

Wie ja in meinen letzten Postings zu lesen war, haben wir nun (fast) Universitätsweit ein tolles neues Anmeldesystem. Viele Studenten haben Probleme dabei, sich im neuen System zurechtzufinden – deshalb habe ich hier die wichtigsten Änderungen übersichtlich zusammengefasst:

ALT:
ente

NEU:

keine ente





Der Tragödie zweiter Teil

23 09 2009

Bei uns gehts ja mittlerweile zu wie in der Politik. Irgendein Schwachsinn wird im Alleingang in einer Hauruck-Aktion über Nacht ohne Expertenkonsoldierung eingeführt und dann funktioniert nichts und die von den Änderungen Betroffenen laufen Sturm. Dann wird in einer weiteren Hauruck-Aktion irgendwas anderes gebastelt, was dann so ähnlich ist wie das alte, nur teurer und komplizierter…

Wir müssen ja freie Wahlfächer aus anderen Studienrichtungen absolvieren, die wir je nach Forschungsinteresse mehr oder weniger beliebig wählen dürfen. Diese wurden kommentarlos durch ein neues System, so genannten Erweiterungscurricula ersetzt. Leider sind die wählbaren Wahlfächer nun sehr stark begrenzt und die, die ich bis jetzt in meinem Faible für Medienwissenschaft und Psychologie gemacht habe, passen da so gar nicht hinein.
Die Änderung hat natürlich einen Sturm der Ratlosigkeit ausgelöst. Man konnte sich plötzlich im tollen neuen Anmeldesystem nur noch für Fächer in den Erweiterungscurricula anmelden und irgendwie traute man dem Institut zu, dass nun nur noch der neue Plan gilt bzw., noch schlimmer, fürs neue System unpassende Prüfungen einfach nicht mehr angerechnet werden.
Kollegen inskribierten im Eifer des Gefechts in andere Studienrichtungen, waren kurz davor das Studium zu schmeißen oder wurden von der einen Minute zur anderen zu starken Kaffetrinkern und Rauchern.

Freie Wahlfächer alt Freie Wahlfächer neu

Logisch gedacht ists natürlich ein Blödsinn, aber als angehender Kommunikationswissenschaftler (der seinem Institut mittlerweile schon alles zutraut) braucht man Gewissheit bzw. check und double-check.
Also mal doppelt gecheckt – und zwar die Seite der Uni und der Studienvertretung – und natürlich keinerlei Information gefunden. Lediglich eine Verordnung weist darauf hin, dass doch irgendwie beides gilt, aber nicht für jeden und schon gar nicht rückwirkend für diese und jene.

Die Zeit drängt, schließlich ist am Sonntag Deadline für die Anmeldungen. Also die Verantwortliche für die Wahlfächer angeschrieben. Man braucht ja gar nicht mehr zu raten… richtig, die ist bis Montag im Urlaub. Steht ja nix dringendes an, wenn man kurz vor Semesteranfang den Studienplan und das Anmeldesystem grundlegend ändert.

Also setzt man sich mit dem EDV-Koordinator in Verbindung, der nicht mehr zuständig ist, da das System geändert wurde. So kommt man dann endlich zum Support durch und erfährt, dass nicht der Studienplan daran schuld ist, dass man sich im System nicht anmelden kann, sondern ein EDV-Fehler vorliegt und jeder Student seine Wahlfächer manuell per Email übermitteln muss, damit er für diesejene freigeschalten wird und sich danach über das tolle neue Anmeldesystem anmelden kann.

Na gut, angemeldet bin ich nun für die Wahlfächer, aber darf ich die jetzt überhaupt machen? Also spazierte ich zur Studienberatung an die Hauptuni. Die wussten dort weniger als ich über das neue System bescheid und so endete die Geschichte, dass ich die Kollegen 20 Minuten lang auf den neuesten Stand brachte und hoffentlich davon überzeugte, nach über einem Monat doch mal so etwas wie eine FAQ oder zumindest ein kleines Update auf die Startseite der Studienvertretung zu posten und das heillose Durcheinander an Gerüchten und Halbwahrheiten in den Foren zu zerstreuen.

Ich weiß jetzt ungefähr, wie das mit dem Anmeldesystem und den Wahlfächern funktioniert. Aber weiß das auch jemand, der nächste Woche sein Studium beginnt bzw. wieder aufnimmt? Wird wohl noch eine spannende Woche…

Kollegin Kolisch hat übrigens auch dazu wieder gebloggt: klicken Sie hier für einen Qualitativ höherwertigen Artikel.





Studium 2.0

16 09 2009

Das neue Semester beginnt und wie immer wurde wieder alles verändert, neu gestaltet und noch mehr verbürokratisiert. Ein Einblick ins Studium an der Hauptuni Wien.

Da es ja nun keine Studiengebühren und Aufnahmetests mehr gibt, muss man die Studentenzahlen anderweitig reduzieren. Derzeit gelingt es hervorragend durch massive Demotivierung der Studenten bzw. extreme Verzögerungen der Studiumsdauer bis man sichs halt nicht mehr leisten kann bzw. auch das letzte Stipendium ausläuft.

Ich bin ja spätberufener Student, sollte also dementsprechend Gas geben und das Studium in Mindestdauer schaffen, was auch kein Problem wäre, würde man nicht mit allen Mitteln der Kunst gebremst und verzögert. Meine Hauptkritikpunkte:


Das Anmeldesystem:

Ich rätsle derzeit seit 4 Tagen (in denen ich eigentlich für die kommenden Prüfungen lernen wollte) über das neue System des Instituts. Bis voriges Semester wurden je an 3 Tagen schubweise die Anmeldungen freigeschalten und derjenige mit dem schnellsten Mausfinger und besten Nerven bei stundenlangen Serverausfällen bekam den Zuschlag. Nicht optimal, aber ich bin überall hineingekommen und konnte, falls doch mal etwas voll war, noch schnell woandershin ausweichen oder auf den nächsten Schub warten.
Nun haben wir eine Punktvergabe. Die Beschreibung von der Studienprogrammleitung lautete kurz gesagt: „Neues Anmeldesystem. Es gibt Punkte, die muss man nach Präferenz verteilen.“
Wieviele Punkte man zur Verfügung hat, welche Lehrveranstaltungen betroffen sind, ob man die Punkte auch für die Wahlfächer nehmen muss, was passiert, wenn mehrere dieselbe Punktezahl haben… kein Hauch einer Info.
Nach einem Tag herumtelefonieren war das dann in etwa klar – also ab zur Anmeldung für die Prüfungen aus dem letzten Sommersemester, die aber unauffindbar waren. Die Lösung: Prüfungen aus den letzten Semestern sind nun im Verzeichnis des kommenden Semesters.
Naja, dann mal für ein Wahlfach anmelden. Funktioniert nicht, da man dafür Studienplanpunkte angeben muss, also wofür die Vorlesung angerechnet werden soll. Leider sind diese nicht im System, man kann sich also nicht anmelden.
Fast vergessen… es gibt Studenten, die nur 1, 2 Lehrveranstaltungen an meiner Fakultät besuchen. Ich mach etwa 9. Wenn ich also jeder VO nur etwas über 100 Punkte geben kann, werd ich wohl gar nirgends reinkommen. Es ist also sinnloses Warten und Taktieren angesagt. Sehr sinnvoll vor allem, wenn man vom Stipendium abhängig ist und dank Altersdiskriminierung ohnehin für Öffis etc. jedes Semester fünfmal mehr als der „Normalstudent“ zahlen muss.

Das Modulsystem:
Aufnahmeprüfungen darf man keine mehr machen, also muss man die Studenten anders aussortieren. Wie wärs mit einem Modulsystem, bei dem man im ersten Semester 3 LVs besuchen und positiv absolvieren muss, damit man im zweiten Semester die nächsten 3 machen darf und positiv sein muss…? Erst DANN darf man andere Fächer belegen. Wenn eine Prüfung fehlt muss man halt ein Jahr warten. Klingt wie sadistische Utopie? Nein, so ists wirklich.

Die Lernplattform Fronter:
Als ich zu studieren begonnen habe, gabs Blackboard Vista und Moodle. Sie hatten zwar nicht viele Sympathien, waren aber dennoch brauchbar. Gute Foren zum Mitschriften tauschen, Streams und Materialien übersichtlich angeordnet.
Dann kam Fronter.
Schon beim Einstieg muss man mal eine Minute warten, bis man etliche Zertifikate bestätigt hat, danach muss man seine Nation wählen, wo es so ca. alles außer Österreich gibt. Oft wird im Zuge der Anmeldung der ganze Firefox ins Nirwana gerissen. Im Unterverzeichnis der LV angekommen gibt es (manchmal) ein einziges Forum für alle Angelegenheiten, in dem man keinerlei Anhänge uploaden kann.
Will man seine Mitschriften teilen, muss man sie in einen Container laden, in dem auch alle Vorlesungsunterlagen, Streams, Lektüren des LV-Leiters kreuz und quer drinnen sind. Will man sich etwas runterladen, muss man sich durch ein Windows 3.11 Interface kämpfen. Seit der Einführung wagt sich fast kein Student mehr in das System, das interne Forum ist praktisch tot und die Materialien werden in diversen Foren, in Facebook oder via Email getauscht.

So… Frust von der Seele geschrieben. Ich geh mich nun weiter mit dem Anmeldesystem ärgern.

Ps.: I am not alone





Frequency Festival 2009

25 08 2009

Man glaubt es kaum, doch ich war auf nem Festival mal ohne 10kg Fotorucksack unterwegs! Kein herumhirschen im Fotograben während der „first three songs, no flash“, unter ständigem Beschuss von Bechern, Crowdsurfern und spuckenden Musikern. Kein herumgegnotze im Pressebereich mit irgendwelchen Bands. Diesmal als „normaler“ Besucher – das hatte ich schon seit Jahren nicht. Ganz ablegen konnte ich meine Gewohnheit dann doch nicht und hab mir ein Presseband geholt. Berichtet wurde via Twitter mit dem iPhone, meinem neuen Lieblingsgerät für alle Fälle und Situationen. Meine Livestreams gibts hier auf Qik zum nach-sehen, Fotos u.a. auf meinem TwitPic.

Natürlich hab ich auch einen kleinen Nachbericht für mein Medium verfasst:

Das Frequency Festival verlegte dieses Jahr seinen Standort um 230 Kilometer nach Osten in die Niederösterreichische Landeshauptstadt. Gesundschrumpfen in Zeiten der Wirtschaftskrise? Günstigere Mieten und bessere Infrastruktur? Oder einfach mal dem obligatorischen Salzburger Schnürlregen entgehen, der jedesmal pünktlich zum Festival eintrifft? Funktioniert ein so riesiges Festival, dass auf so viele Locations zerpflückt wird überhaupt?
Ja, das tut es.

10 Tage vor Beginn waren alle Karten restlos ausverkauft, auf ebay wurden daraufhin Tickets um wahnwitzige Preise verscherbelt. Der eine oder andere tauschte sicher auf diese Weise seine Karten gegen eine Woche Urlaub auf einer Ferieninsel.

Auch die Motivation der Besucher war deutlich zu spüren. Bereits am Mittwoch Abend war der Campingplatz so voll, dass viele größere Gruppen keinen Platz mehr fanden oder ihr Zeug ein paar Kilometer bis zu einer freien Stelle schleppen mussten. Die Wege waren bevölkert, das Traisenufer lebte, war in Bewegung und das Wetter schlicht und einfach perfekt, die Stimmung wohl die beste des ganzen Wochenendes, da jeder die Zeit am Platz verbrachte und die Masse nicht auf den Festivalorten verteilt war.

Schon am Vormittag des Tag 1 brannte die Sonne erbarmungslos vom Himmel, was die Besucher scharenweise in die Traisen flüchten lies, die dieses Jahr den idealen Wasserstand für solche Aktionen hatte und zeitweise dachte man tatsächlich, sich an einem bevölkerten Touristenstrand anstatt Mitten in St. Pölten zu befinden.
Die ersten Überlastungen zeichneten sich ab. Securities kamen mit bestimmten Dingen nicht zurecht, konnten sich der Masse der Festivalbesucher nicht durchsetzen. Zäune wurden aufgebrochen, zahlreiche bänderlose Besucher kamen auf den Campingplatz und auch aufs Gelände. Am Eingang zum Campingplatz wurde entweder gar nicht oder zu gut durchsucht, was dann bis zur Abnahme von Nutellagläsern oder Deosticks ging.
Das streng verbotene offene Feuer loderte alle paar Meter aus diversen Grillern. Mit dem Gelände unversierte fanden sich aufgrund nicht vorhandener Beschilderung nicht zurecht und warteten unnötig lange bei Einlässen, Toiletten, Shuttles, Schleusen, obwohl diese ausreichend vorhanden waren.

Musikmäßig war der Donnerstag  eher ein Chill- und Warmup-Tag. Die Auftritte von THE TIN TINGS, ANTI-FLAG und RISE AGAINST waren eher mittelmäßig. Das Publikum schien von der Hitze etwas mitgenommen worden zu sein. In den Pausen schien man alleine auf dem Gelände zu sein, da sich das Publikum am Campingplatz mit Getränken zu versorgen, anstatt am Kerngelände 4€ für ein Bier, 2,50€ für 0,3l Wasser oder 6€ für einen kleinen Snack zu bezahlen, der auf magische Weise von Tag zu Tag teurer wurde.
Allein PETER FOX brillierte an diesem Abend. Mit seiner Trommelarmada, Violinen- und Trompetenbegleitung ergabs einen sehr feinen, funkigen Auftritt.

Am Freitag dann der Zenith. Campingplatz bummvoll, die Traisen ebenfalls. Ein großartiger Tag von Anfang bis Ende. Aber der Reihe nach.
Um der großen Hitze zu entgehen gings erst gegen fünf Uhr aufs Gelände. HEATHER NOVA erwartete uns im Cowboy-Look und sang in der warmen, langsam untergehenden Sonne. Ich könnte mir keinen besseren Opener für diesen Festivaltag vorstellen. Auch die Anlage schien doppelt so klar zu klingen wie am Vortag.
Aus nicht weiter genannten Gründen versäumte ich den Farin Urlaub, war aber bei BLOC PARTY wieder zur Stelle. Die Jungs machen wunderbare Studioalben, die Freude, sie endlich mal Live zu sehen war groß. Zu groß war allerdings die Bühne, die Menschenmenge. Die Power, die Energie ihrer Songs und der Bühnenshow drang nicht bis in die hinteren Reihen vor und die Tontechnik hatte die Mitten komplett versaut. Ein guter Auftritt – mehr aber leider nicht.
Und dann kamen RADIOHEAD.
Die Konzerte der 5 Engländer sind schwer zu fassen, schwer zu verstehen. Ich sah sie damals am Sziget und sie waren reine Pflichtübung; sie halt ansehen, weil sie da waren. Und sie haben mir nicht so recht gefallen.
Anscheinend muss das Set und Setting passen, man muss sich darauf einlassen, vielleicht auch nur mit dem richtigen Menschen dort sein – dann öffnen sich die Augen.
Auf den geschätzten 50 Festivals meiner „Karriere“ kann ich mich bei den meisten an eine bestimmte musikalische Situation, einem „Magic Moment“, erinnern, der für Gänsehautschübe sorgte und mir für immer im Gedächtnis bleiben wird. RADIOHEAD besorgte mir gleich mehrere. Den Bühnenausschnitt mit langen Röhren auf eine intime Größe verkleinert, eine unglaubliche Lightshow und ein zur reinen Musik gewordener, ständig mit dem Kopf schaukelnder Thom Yorke. Wunderschön. „Wollten wir nicht noch zur Grace Jones schauen?“. Nein.

RADIOHEAD hinterließ uns einen nie enden wollenden Klangteppich und komplett erleuchtet machte man sich auf den Weg zum Nightpark, dem Afterhourgelände in der ehemaligen Kopalkaserne.
Ich wunderte mich, dass ich mich trotz Konzertende, sozusagen in der Rush Hour, nach ungefähr 3 Minuten in einem Shuttlebus wiederfand und empfand Mitleid mit den Leuten, die sich für den 2,5 km-Marsch auf die Angabe „Nightpark Fußweg 10 Min.“ verließen.

Das Militärgelände ist riesig. Man könnte wohl das gesamte Frequency dort abhalten und hätte sogar Ruhe weitgehend vor Anrainerbeschwerden.  Mit dem Ortswechsel wechselten auch die Securities ihre Erscheinung in Richtung Prolo-Club und so kam es, dass getoastete Anzugtypen den Besuchern beibringen wollten, nicht an den Zaun zu pissen.

Das Kerngelände des Nightpark bestand aus einer Art Vierkanthof mit Bars und Videowalls, rundherum die Floors in den ehemaligen Panzergaragen. Auf dem Elektrofloor waren BOOKA SHADE Live zu bewundern. Gut wie immer, solide und fein im Klang, wenn man bedenkt, in einer leeren Lagerhalle zu sein.
Am Urban Artforms Floor herrschte noch nervöses Treiben beim Aufbau für den nächsten Act. CARL COX hatte ich von seinem letzten Besuch nicht als soo toll in Erinnerung, doch als der riesige schwarze Mann mit der Zahnlücke an das Mischpult trat und mit den fetten Bässen des ersten Tracks die Halle erzittern lies und dann auch noch von der Bühne Flammen und andere Pyrotechnikgeschoße emporloderten, flippte die Menge total aus und war bis zum Ende eines der dicksten und progressivsten Technosets, das man in letzter Zeit vernommen hatte, nicht zu bremsen.
Rechtzeitig zu Sonnenaufgang fiel ich ins Zelt und verschlief fast den gesamten nächsten Tag.

Am Samstag kam dann der Regen. Und wir dachten schon, das Frequency wäre diesmal das erste Österreichische Festival auf dems nicht schüttet… Also begann der Tag für mich mit Starkregen und THE SUBWAYS. Am letzten Frequency hatte ich sie aufgrund von 24-stündigem Dauerregen versäumt, da wir unser Zelt evakuieren mussten, im Flex waren sie ausverkauft, aber nun war es doch noch soweit. Wunderbarer Alternative Rock, von den Jungs oben ohne vorgetragen nebst wildem herumgehüpfe einer „stimmgewaltigen“ Bassistin.
Da es in den VAZ-Hallen weniger regnete und die wenigsten von deren Existenz wussten, flüchteten wir uns eine weile nach drinnen und lauschten den SCRUBS auf der Open Stage, die für kommende Auftritte wohl noch etwas Bühnenerfahrung sammeln sollten.
Im Angesicht des Gatschfeldes bei der Green Stage verzichteten wir auf Thomas D und sahen uns die bunte, laute und verspielte Show von MIA. an.
MANDO DIAO waren danach viiiel zu langsam und energielos unterwegs, außerdem hatte der Tontechniker die Lautstärke um die Hälfte reduziert. Langweilig!
Es folgten THE PRODIGY. Als ich sie bei ihrem ersten Österreich-Auftritt vor ein paar Jahren erleben durfte, ging ein seit 10 Jahren gehegter Traum in Erfüllung – die endlich mal live zu erleben. Seit dem waren sie 1-2 Mal pro Jahr zu sehen und von der frischen Power ist nicht mehr viel übriggeblieben. Vielleicht lag es an meiner leicht gedrückten Stimmung, da ich es nach unzähligen Festivals ein weiteres Mal geschafft hatte, keine Regentaugliche Kleidung einzupacken und somit frierend und nass in knöcheltiefen Lachen stand – oder die Show ist, ähnlich wie bei PENDULUM am ersten Festivaltag, schon abgelutscht und die Tracks durch unzählige Remixes und zu oftmalige Beschallung auf Partys schon unhörbar geworden. Die vorhin plötzlich so leise gewordene Anlage erledigte den Rest.
Die Entdeckung des Tages machte ich auf der Weekender UK-Stage mit der Australischen Band PIVOT. Wunderbarer experimenteller Electro-Rock mit hohen Spannungsbögen und energetischen Höhenpunkten.
Und das war das Frequency 2009.

St. Pölten als Ort eines Massenfestivals funktioniert – und zwar wunderbar. Obwohl viele kleine und größere Wehwechen bezüglich Organisation, Lärmbelästigung, Sanitäranlagen, Sicherheit und Umgang mit den Besuchern in diversen Foren und Medien überliefert wurden, hatte ich selbst keinerlei Probleme und ein gemütliches, stressfreies Wochenende. Das Debüt des Frequency war also ein voller Erfolg! Lasst es in der Landeshauptstadt – in STP Rock City.