Amanda (Fucking) Palmer

13 02 2010

Als ich die Dresden Dolls am Donaufestival 2006 in Krems das erste Mal live erleben durfte war ich hin und weg von der unglaublich energiegeladenen und verdammt lauten Performance von Amanda Palmer und Brian Viglione. Ich habe sie dann nur noch ein Mal, am Frequency 2008, gehört und fotografiert. Dann war es ziemlich ruhig rund um die Dolls, bis ich vor etwa einem halben Jahr auf Amandas Twitter-Account und weiters auf ihre Website stieß.

Amanda Fucking Palmer

Amanda twittert und bloggt so ehrlich, so menschlich und natürlich. Sie scheißt sich gar nichts, kritisiert die abgehobenen Stars und Sternchen und berichtet von hinter der Fassade der Glamour- Film- und Musikindustriewelt. Sie setzt rein auf Social Marketing und freut sich, wenn Konzertmitschnitte oder Videos ihrer Peformances online gehen. Fotoverbot auf ihren Konzerten gibt es nicht. Sogar das Merchandise wird crowdgesourct, d.h. Fans dürfen es basteln und verkaufen, und immer wieder gibt es Livestreams, wo sie Fragen beantwortet, über Gott und die Welt philosophiert, den über 2000 Zusehern Lieder vorspielt und dabei viel Wein trinkt. Es gibt keine Geheimnisse. So twittert sie auch mal gerne das eine oder andere Nacktfoto, spricht über Koks, illegale Downloads oder einfach über ihre Gefühle zu ihrem Verlobten Neil Gaiman. Wenn sie ein Keyboard, ein Flasche Wein oder einen Schlafplatz bei Fans braucht – Twitter hilft weiter.
Und die Strategie funktioniert. Sie feiert demnächst ihren 400.000 Follower und tourt erfolgreich durch alle Welt, nimmt derzeit ein neues Album in Australien auf.

Ich hatte das Glück, sie kennen zu lernen und sie ist wirklich so wunderbar, wie man sie online und auf der Bühne erlebt. Ein netter, (nudistisch veranlagter ;)), offener und am Boden gebliebener Mensch. Und obwohl sie Ninja ist, geht sie wie ein Pirat.
Hier das Interview, dass wir mit ihr geführt haben: The Music Industry Needs To Die


Video auf Youtube ansehen

Tags darauf hat Amanda die Arena Wien mit Ukulele und Keyboard gerockt. Sie hat über Twitter Karten verlost, ich hab zwei gewonnen. Es ist unglaublich, welche Resonanz und Energie sie aus nur einem Instrument hervorbringt. Eine sehr interessante Stimmung, wenn man trotz dieser Power in den für sie typischen Songpausen die Leute rund um einen atmen hören konnte. Ihre Setlist lies keine Wünsche offen (und wenn, dann konnte man sich ja auch Lieder wünschen), so war von einem anfänglichem Heintje-Cover, über mein derzeitiges Lieblingslied – eine verdammt energetische Version von Astronaut, einer Ode an eine ausgenommene Forelle, Billie Jean bishin zu ihren zuletzt auch am Frequency gespielten Eisbär oder dem mir vom Donaufestival als Zugabelied für immer in Erinnerung gebliebenem Halleluja so ziemlich alles dabei. Auf Youtube kann man sich locker das Komplette Konzert nochmal anhören.
Nach Konzertende stürzte sie sich in die Menge und tratschte mit ihren Fans, lies sich fotografieren. So verkauft man sich bzw. Musik meine lieben Künstler!

Auch Amanda Palmers soziale Macht bekam ich später am Abend noch zu spüren. Ich twitterte meine Fotos, die ich am Abend geschossen hatte. Amanda fand ihr Lieblingsfoto und stellte es auf ihren Twitpic-Account. 24 Stunden – 8.000 Views. Und später fand es noch in ihrem Blog Verwendung. Nice.


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One response

13 02 2010
CEEA

nice 2 see this post.
nette Links dabei.
Cool, dass sie dein Foto verwendet.
Fame on u!🙂

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