Halbzeit

1 03 2010

Ich gebe derzeit wie immer kurz zu Semesteranfang Neulingen und vom ständig sich ändernden Studienplan komplett verwirrten KollegInnen Hilfestellungen zum Studium und es ist wirklich bedenklich, wie rasant sich die Bedingungen zum Negativen geändert haben. Studieren war immer eine art Befriedigung eines intrinsischen Bedürfnisses für mich. Mir gehts nicht darum, später mehr Geld zu verdienen oder mich möglichst rasch durchs Studium zu schummeln, sondern um Bildung und ausloten meiner Interessen und Fähigkeiten. Wenn ich meine Pension planen wollte, hätte ich auch Beamter bei der Landesregierung bleiben können.
Ich muss aber sagen – unter den derzeitigen Bedingungen würde ich es mir zweimal, dreimal, viermal überlegen, mich da durchzuwurschteln – denn nichts anderes ist es.

Mittlerweile gibt es für jede einzelne Vorlesung/Übung/Arbeitstechnik eine Voraussetzungskette. „Freie“ Wahlfächer sind so pervers gestaltet, dass praktisch jedes Fach vorgeschrieben wird. Die Uni versucht mit starren Stundenplänen FH zu spielen und scheitert. In einer FH fangen vielleicht 30 Personen mit demselben Studienplan an, am PuKW-Institut 1500, die sich auf 7 Pläne aufteilen. Wer braucht jährlich 220 Leute, die alle exakt dasselbe können? Man darf „alle Wahlfächer belegen, die keinen Spaß machen“, erzählt der Studienprogrammleiter höchstpersönlich bei der Einführungsveranstaltung. Ich wusste nie, was er damit meint, denn mir macht das Studieren Spaß – aber nun ist es wohl traurige Wirklichkeit – man muss nun Fächer studieren, die keinen Spaß machen. Das ganze ist gepaart mit einem Anmeldesystem, dass nicht mehr wie früher nach Geschwindigkeit funktioniert, sondern nach dem Präferenzsystem, d.h. wer mehr als 2 Übungen pro Semester machen will und dafür Punkte vergeben muss, kommt wahrscheinlich in gar keine rein, d.h. Verlangsamung des Studiums. Bei der Prüfung zu Semesterende müssen dann wieder Punkte vergeben werden. Das sind alles Auswirkungen der abgeschafften Studiengebühren und Zugangsbeschränkungen – und mit etwas „Glück“ haben wir nächstes Semester diese Zustände UND Studiengebühren und Zugangsbeschränkungen.

Heute anzufangen hieße für mich, nicht nach meinen Interessen studieren zu können (einer meiner Schwerpunkte, Theater-, Film- und Medienwissenschaft wird zB. gar nicht mehr angeboten) und aufgrund des Anmeldesystems wahrscheinlich das Stipendium zu verlieren.
Ok, aber jeder, der #unibrennt verfolgt hat bzw. selber studiert ist sich darüber im klaren und fragt sich wohl ebenso wie ich, wieso die österreichischen MinisterInnen immer gegen das eigene Ressort arbeiten müssen.

Achja… habt ihr übrigens gewusst, dass man den PuKW-Master mit dem Titel „Magister“ abschließt? Der soll angeblich „aussagekräftiger“ und „besser“ sein. Fakt ist aber, dass der MA international ist und der Mag. der alte, 4-Jährige Abschluss ist. Also ein Jahr länger studieren für den alten Titel. Äußerst motivierend.

Zurück zum Thema. Ich liege außerordentlich gut in der Zeit und werde, sofern ich zu Semesterende keine Prüfung versemmle, im nächsten Wintersemester den Master beginnen. Ich hätte mit diesem Post eigentlich Vorlesungstipps für Studierende geplant gehabt, aber durch die abgeschafften Wahlfächer haben wohl mehrheitlich nur noch Studierende mit dem jeweiligen Hauptstudium etwas davon… bzw. gar niemand – viele sehr kompetente Professoren wurden nämlich von anderen Universitäten abgeworben.
So zum Beispiel Prof. Latzer (jetzt in Zürich), der mir die Medienökonomie näher brachte. Prof. Wirth (jetzt in Essen), ein toller und engagierter Bildungspsychologe. Prof. Zurstiege (jetzt in Tübingen) aus der Medienwirkungsforschung. Prof. Trappel (jetzt Salzburg), unterrichtete äußerst kurzweilig Medienpolitik. Prof. Hartmann (jetzt in Weimar), ein Katalysator für (Quer)denker in der Medienphilosophie.

Von den bis dato an der Uni verbliebenen Lehrenden will ich noch besonders hervorheben:
Prof. Olbrich-Baumann, der wohl so interessant und unterhaltsam wie kein anderer die Sozialpsychologie vermittelt. Wenn eine VO um 8:00 Uhr beginnt und ich habe in 2 Semestern 0 Fehlstunden, sagt dies einiges über die Qualität aus.
Medienpsychologie bei Prof. Vitouch ist sogar eine Pflichtveranstaltung der Publizistik und nur zu empfehlen.
Die „Freitagsrunde“ bei Peter Baminger, wo man alles lernt, was man zum Filmemachen braucht sowie Interessante Gastvortragende (zB. Ruzowitzky, Feuerstein), Diskussionen und Exkursionen erleben kann.
Prof. Krzeszowiak, ein Allroundtalent. Lehrt an mehreren Schulen International gleichzeitig, hat u.a. die Quecksilberdampf-Hochdrucklampe erfunden, riesige Wälzer über Lichttechnik und Mozart geschrieben und peppt die LV gerne mal mit (internationalen) Exkursionen auf.
Dr. Betz hat die für mich bis dato inspirierendste Medienphilosophie-LV gehalten, derer zahlreiche und stundenlange Diskussionen mit Kollegen folgte.
Diese ganzen Vorlesungen hatten keine Anwesenheitspflicht und ich besuchte sie fast ohne Fehlstunden und stets hochmotiviert.

Demotivierend waren bis dato nur die meisten Pflichtveranstaltungen. Tutorien mit sinnlosen Inhalten oder Übungen und Arbeitstechniken, die nichts mit der ursprünglichen Beschreibung zu tun hatten. Zum Beispiel wurde mir vergangenes Semester mein 1er-Notenschnitt von einer Multimediajournalismus-Übung zunichte gemacht. Die Inhalte waren Schlagzeilenanalyse von Tageszeitungen, Exkursion zu einer Tageszeitung, Redaktionssitzung für ein Magazin, Exzerpieren eines Texts über die Reportage und eines Texts über Onlinejournalismus von 2002, das Erfinden von Geschichten zu Pressefotos und der Alltag in der Tageszeitungsgestaltung und -distribution. Wie man also eindeutig sehen kann haben die Herrschaften das „Multimedia-“ geistig mit „Print-“ ersetzt und deswegen eine klare Themenverfehlung unterrichtet. Aber nicht ganz. Ein superhypermoderneR „Blogg“ wurde „programmiert“ und die Studierenden durften Content dafür entwickeln. Vor lauter Freude, doch multimedial arbeiten zu dürfen, drehte ich mit 2 Kollegen innerhalb einer Woche eine #unibrennt-Doku mit etwa 50h Arbeitsaufwand. Hat sich nicht ausgezahlt. Da mein Exzerpt „keine Wissenschaftliche Arbeit“ war, die Geschichte zu meinem Foto „nicht gut genug erfunden“ und ich „insgesamt 4h gefehlt habe“ ist sich eben nur ein 3er ausgegangen. Wenigstens können wir das Blog „bei einer Bewerbung als Referenz vorzeigen“ und vielleicht bei KollegInnen lernen, wie mans besser macht.

Multimedia ist heute schon soviel mehr, als ein Blog mit Standardtemplate aufzusetzen und dann, wie in einem Magazin, Ressorts zu Gestalten, wo je ein Artikel drinnen ist, nur um es dann zu Semesterende verwaisen zu lassen. Es gibt multimediale Inhalte, Tagging, Integration von Social Networks und Verbreitung über selbige, Statistiken lesen und auswerten, verlinken, vernetzen, promoten, einen Namen machen, etablieren… aber ok, den Herrn Multimediajournalismus sagte ja nichtmal „Creative Commons“ etwas…
Aber auch auf das Studium, auf die Studierenden bezogen, ist das ganze „Internet-Zeug“ für viele interessanterweise gar nicht so selbstverständlich. Ich wundere mich immer wieder über die KollegInnen, die trotz Kommunikationswissenschaftsstudium null Interesse an Forschung und Neuen Medien zeigen. Leute, allein mit den Praxisfeldern Print, Werbung und Historische Kommunikationsforschung werdet ihr in der heutigen Arbeitswelt nicht Fuß fassen können. Da sich die gesamte Gesellschaft und Kultur global so massiv wie nie zuvor verändert, muss man als junger Mensch die Medien einfach nutzen können. In 5 Jahren interessiert kein Schwein mehr eine Werbung im Fernsehen oder in einer Zeitung, weil man das dann ganz bequem online konsumieren kann und es wahrscheinlich gar keine Tageszeitung mehr gibt. Kein Medium wird Journalisten aufnehmen, die nicht via Twitter zuverlässig recherchieren können. Keine Firma schreit nach PR-Leuten, die mit Sozialen Netzwerken Farmville und mit Viralem Marketing pharmazeutische Mittel verbinden. Kein modernes Unternehmen stellt mehr Leute ein, die über Google unauffindbar sind.
Wir hatten eine Übung, die sich laut Beschreibung klar und deutlich mit Twitter-Forschung beschäftigte. Wir vier Kollegen (über Social Networks kennengelernt) verabredeten uns über Twitter, sie gemeinsam zu besuchen. In der ersten Stunde sollten wir uns je nach Erfahrung mit Twitter im Raum aufteilen. Wir vier waren die einzigen, die den Dienst regelmäßig verwendeten. Auch jetzt, nach Ende der Übung hat sich diese Zahl nicht wirklich verändert.
Wenn man als Kommunikationswissenschaftler mit aller Gewalt den derzeit schnellsten und wichtigsten Nachrichtendienst nicht nutzen will, soll man dies eben tun. Gut für mich… bzw. für uns.
Weiters hat sich im Laufe des Semesters eine sehr effiziente und gemütliche Lernrunde 2.0 gebildet, die ich sehr schätze. Wir arbeiten kollaborativ mit Google Docs, Google Wave, Twitter, Skype und Dropbox. Funktioniert wunderbar, wenn alle mit der Technik und den Möglichkeiten vertraut sind! So sind schon sehr schöne Stoff- und Mitschriftensammlungen entstanden, die auch für die nächsten Generationen erhalten bleiben.
Die Nutzung solcher Dienste, die gemeinsames Forschen und Connecten erlauben, werden bei uns auch nicht wirklich unterrichtet. Es werden zwar vermehrt Social Media Erfahrene aufgenommen (anscheinend derzeit mit Grundvoraussetzung Blog- und Twitter-Verwendung), aber die lehren auch immer nur den kleinsten gemeinsamen Nenner.

Der Ausblick
Wie im Titel zu erkennen, 5 Semester vorbei. Ich habe Halbzeit. Theoretisch. Sobald ich den Bachelor fertig habe, werd ich mir mal ein Bildungssemester gönnen, in dem ich nach meinen Interessen forschen kann und nicht nach denen des Studienplans. Ich habe sehr gute Ideen zur Twitter-, Facebook-, Internetforschung und Bildungspsychologie, denen ich zumindest in meiner BAKK1-Arbeit nicht nachgehen konnte, weil sie nicht in das Forschungsfeld (welches nirgends angegeben war) der LV-Leiterin passten – so blieb nur mal wieder die Zeitungswissenschaft und ich habe erforscht, wie die Tageszeitungen über #unibrennt berichtet haben. Endlich durfte ich auch, wie wohl so ziemlich jeder PuKW-Student vor mir, empirisch herausfinden, dass der Boulevard tendenziös und subjektiv berichtet. Hurra.
Die Ergebnisse dieser, sowie einer Facebook und einer Twitter-Forschung werde ich bei Gelegenheit mal bloggen.

Eines werden die zukünftigen Semester auf jeden Fall: teuer. Ich war ja zuerst arbeiten, damit ich nachher vollzeit studieren kann, aber derzeit tendiere ich wieder Richtung Job. Das Gesetz, die Öffis, die Kultureinrichtungen unterscheiden nämlich nicht zwischen Alter und Semester, sondern diskriminieren einfach Studenten, die aus diversen Gründen einfach später ihre Berufung gefunden haben. So zahle ich ab sofort 50€ pro Monat statt pro Semester für die Öffis, 25€ statt 0€ Krankenkassa, durchschnittlich 5€ mehr bei Kunst und Kultur, den „Erwachsenen“-Handytarif – und die Familienbeihilfe ist auch weg (bekomme ich aber durchs Stipendium weiter). So werden aus 100€ pro Monat für Essen und Fortgehen so circa 0€. Meine Eltern sponsern zwar meine Schwester mit unglaublich hohen Beträgen, aber meine Autonomie  widerstrebt sich gegen den Gedanken, sich erhalten zu lassen. Absoluter Notfallplan also. So wies aussieht werfen meine Nebenbei-Gschaftln aber demnächst die fehlenden 100€ ab – also wirds wohl halb so schlimm werden – und für den Notfall, sich die Öffis mal nicht leisten zu können, setze ich gerade einen Schwarzfahrer-Bot auf.

Welchen Master ich nach dem Bachelor mache, kann ich noch nicht mit Sicherheit sagen. Ein Blogpost von Petra Köstinger hat mich dazu inspiriert, auch andere Unis oder FHs Erwägung zu ziehen. Vielleicht auch parallel. Ich nehme gerne Tipps an! Wobei ich mit meinem ausgeprägten Nacht-Chronotyp und Hang zur freien Stundenplangestaltung wohl der ungeeignetste Mensch ever für ein FH-Studium bin…😉
Mir gefällt trotz allem die Hauptuni in Wien. Ich werde ihr wohl treu bleiben.


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5 responses

1 03 2010
Georg

Puh. Habe das noch im Bett am iPhone lesen müssen. Hab ja gierigst darauf gewartet. Es ist furchtbar das lesen zu müssen, da ih ja einiges davon miterleben musste.

Dennoch steckt auch viel gutes im Text, die Lerngruppe (autokorrektur sagte gerade: Kerntruppe – Zufall?) ist etwas das ich so noch nicht kennenlernen durfte, und ich denke es wird noch viel weiter gehen. Man merkt auch dass dir viel positives in Erinnerung blieb und so pessimistisch der Blick in de Zukunft sein mag, es wird auch noch viel gutes im Studium geben.

Wichtig ist, dass dieser Wissensdurst nicht verloren geht, denn genau darum soll’s auf der Uni gehen. Und wenn die Uni uns das nicht von selbst geben will, dann organisieren wir uns und nehmen uns das, was uns zusteht. Nämlich Bildung.

1 03 2010
Fabian

Ich lese echt gerne Deine Beiträge zur Studiensituation, auch wenn hier eindeutig der Frust aus Dir spricht.😉

Kann den Frust aber auch gut verstehen: Ich selbst habe mir auch einen individuellen Wahlfachkorb genehmigen lassen, um mich meiner Vorliebe dem Medienrecht (und alles was dazu gehört) beschäftigen zu können. Nun habe ich neben JUS, auch BWL als Wahlfach genommen und dort Wahlfächer besucht die NICHT im EC sind. Und darum geht es ja Dir auch (weil das kommt nicht ganz klar raus), dass man Fächer besuchen kann die nicht im EC stehen. Dies ist übrigens auch immer noch möglich, in Fächern die keinen EC anbieten – also z.B. PoWi.

Wie es bei mir aussieht mit Anrechnung, werde ich erst sehen. Eigentlich sollte es gehen, aber die Information sind wie immer unsicher. Es wäre ein echtes Problem, denn ich will nächstes Semester auch abschließen mit BAKK und kann und will mir es nicht leisten, durch intransparente Regelungen Zeit zu verlieren.

Mit Studium und Lehrinhalte hatte ich eigentlich immer Glück. Ich habe aber auch das PuKW-Forum durchgrast, um Infos zu LV-Leitern zu bekommen und wer z.B. Bakk-Thema frei wählen lässt usw. Das ist auch der nächste Punkt: Vorletztes und letztes Semester war ich Erstsemestrigentutor und versuche auch immer im PuKW-Forum zu helfen und die Verwirrung ist wirklich groß. Ich habe selbst mitbekommen, wie lange es gedauert hat, bis auf der Homepage der Publizistik Infos zu den neuen Regelungen online waren, oder die Info korrekt ergänzt wurden! Und das kann eigentlich nicht entschuldigt werden, gerade von einem Studium, dass sich auch Kommunikationswissenschaft nennt. Es braucht nämlich weder viel Zeit, noch Personalreserve, noch viel Geld die Informationen transparent im Internet darzustellen…

P.S.: Du hast keine 4 Jahre gearbeitet, ansonsten könntest Du ja Selbsterhalterstipendium bekommen?

P.P.S.: Ich nutze seit besagter UE Twitter und habe allein dadurch profitiert. Es sind also nicht nur Ihr 4.😉

1 03 2010
Pezi Köstinger

danke für die erwähnung und ich kann dir nur zustimmen – auch ich hab mir aus all diesen gründen mehr als einmal exzessiv auf den kopf geklatscht😉

zu den master-möglichkeiten: auch ich bin jemand, der die freie stundenplangestaltung als mehr als wichtig empfunden hat. bei meinem berufsbegleitenden fh studium fällt das aber irgendwie gar nicht mehr so ins gewicht – vor allem weils einfach großen spaß macht. wobei ich ja nicht wie zb an der fh wien jeden abend ein paar stunden hab, sondern „nur“ freitag/samstags ganztags. und das auch nicht immer.

falls du in deinem „forschungssemester“ aber wirklich zu viel zeit haben solltest, versuch’s halt auch mit einem individuellen studium. meine erfahrungen sind zwar mehr als negativ (ich glaub da wurden mindestens drei extra-bürokämpfer engagiert, um mir die möglichkeit zu verbauen) und im nachhinein ärgere ich mich, wirklich einige stunden zuviel damit verbracht zu haben. aber die möglichkeit besteht. theoretischst. =)

ansonsten kann ich dir nur sagen, dass der publizistik-master einem doch ziemlich viel zeit für nebenaktivitäten lässt, da sind zb zwei studien wirklich kein problem😉

1 03 2010
nacaseven

Danke für die Kommentare!
@Fabian
Also meine Unzufriedenheit richtet sich weniger gegen das Studium wie ich es gerade genieße. Es gibt halt Höhen und Tiefen, aber ich kann mir einen eigenen Weg frei gestalten.
Ich mache mir vor allem Sorgen um die Zukunft der Universität. Bei einer derartigen Restriktion des Studienplanes kann sich kein Mensch mehr frei entfalten und das lernen, was ihn selbst interessiert und was er erforschen möchte – die Studierenden sind nur noch eine standardisierte Masse, die dann auf eine flexible Mediengesellschaft losgelassen wird.
Eine alte konservative Politik zwingt praktisch jungen, motivierten Menschen mit breitem Interessensgebiet, die endlich aus dem normierten Schulalltag ausbrechen, abermals eine verstaubte Zwangsausbildung auf. Das ist einfach falsch, falsch, falsch.
Und dies ist ja nicht nur in der Publizistik so. Jedes Institut zwängt gerade den Studienplan in ein nach außen abgeschottetes Gefängnis – die Diversität, der ganze Mikrokosmos Uni samt Selbstbestimmung geht verloren – und das kann ich mit meinen Posts gar nicht oft genug wiederholen. Diese Information ist essentiell. Die Studierenden haben zwar auf die harte Tour lernen müssen, dass nichtmal ein 2-monatiger Internationaler Bildungsprotest etwas in der österreichischen Politik bewegen kann, aber man soll halt nicht aufgeben.

@Pezik
Es könnte passieren, dass ich mich demnächst mal bei dir melde und dich über Möglichkeiten nach dem Bachelor ausfrage. Auf ein individuelles Studium habe ich ehrlich gesagt keine Lust. Irgendwann wird auch mir die Bürokratie zuviel. Wieselburg sieht eh interessant aus, vielleicht ergibt sich ja nächstes Semester eine Fahrgemeinschaft😉

@Georg
In der Sozialpsychologie und der Bildungspsychologie-VO haben wir von der Wichtigkeit der (audio)visuellen Gestaltung von Lernunterlagen und Vorlesungen gelernt. Die Lernplattform Fronter ist eine Katastrophe und gute Plattformen gibt es nicht. Mit Wave, wo Bilder, Videos, Hyperlinks, PDFs integriert sind kommt das schon sehr nahe an Freude und Spaß am Lernen heran. Wenn ich mit Wave gelernt habe, habe ich gerne gelernt – und tolle Noten bekommen. Also – bauen wirs aus!
Dein letzter Satz, das wir uns nehmen, was uns zusteht ist schön gesagt. Wenn dies aber nicht mit ECTS abgegolten wird, hat man zwar persönlich viel davon, aber keinen staatlich anerkannten „Beweis“ in Form von Zeugnis oder Titel.

18 04 2010
Wie man zwei Filme dreht « donkey rhubarb

[…] der letzten Kommunikationswissenschaftler zu sein, die sie besuchen darf – eh schon wissen, neue Studienpläne und so. Ziel des Spiels ist es, nach ausführlichster Schulung in Drehbuch, Regie, Dramaturgie, Schnitt, […]

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