Forschung Spezial – Facebook Teil 3

29 03 2010

Hier das große Finale der dreiteiligen Facebook Forschung. Nachdem im ersten Beitrag allgemeine Daten bzw. das Setup für die Datenerhebung präsentiert wurden und sich der zweite Teil auf die Verwendung von Facebook, die Kommunikation und den Datenschutz spezialisiert hat, widmet sich dieser Post den Nutzungsunterschieden von Männern und Frauen.

Nutzungsort
90% nutzen FB von zu Hause aus, 33% vom Arbeitsplatz, 11% auf der Uni, 22% mobil übers Handy, 7% an öffentlichen Plätzen. Vergleicht man Frauen und Männer, ergibt sich ein großer Unterschied.

Facebook ist bei Männern ein allgegenwärtiges Medium. Während beide Geschlechter bei der Nutzung zu Hause und in Schule/Uni in etwa gleich auf liegen, verwenden Männer das Social Network statistisch sehr signifikant häufiger am Arbeitsplatz, hoch signifikant öfter am Handy und signifikant öfter auf öffentlichen Plätzen.

Vergleicht man die Ergebnisse der mobilen Facebook-Nutzung mit einer aktuellen Studie der TU Dresden, zeigt sich, dass das Verhältnis Frauen/Männer in Deutschland analog ist, jedoch der Anteil der mobilen Internetnutzer in Österreich höher zu sein scheint. In der deutschen Studie nutzen 9,3% aller Handybesitzer das mobile Internet, in Österreich nutzen allein 22% der Befragten Facebook über das Mobiltelefon.

Nutzungsdauer
Facebook wird von Frauen und Männern tagtäglich ähnlich lange genutzt, lediglich in der Nutzungszeit zwischen 1-3 Stunden überwiegt (nicht signifikant) der Frauenanteil. Männer surfen dafür etwas länger im Internet.

Kommunikationsunterschiede
Etwa 33% der Herren und 28% der Damen kommunizieren täglich mit ihren engen FreundInnen aus dem Inland über das Facebook-Netzwerk. Bei FreundInnen im Ausland und der Familie sind sich beide Geschlechter auch sehr ähnlich. Mit eher lockeren Bekannten, Arbeits-/StudienkollegInnen und reinen Online-Bekanntschaften treffen sich signifikant mehr Männer als Frauen im virtuellen Raum.

Statusmeldungen
Auch bei den Statusmeldungen unterscheiden sich Frauen und Männer teilweise deutlich – so schreiben Frauen signifikant mehr über Emotionen und Gefühle, während 40% der Männer dies nie tun. Eineinhalb mal soviele Männer wie Frauen verbreiten neutrale Informationen (wie z.B. Hinweise auf Medienberichte, Veranstaltungen, Hobbys, Sport, …) und politische Themen werden mehr als 3x so häufig „oft“ geposted. Beide Unterschiede sind hoch signifikant.

So. Soviel zu meiner kurzen Seminararbeit über Facebook. Männer und Frauen netzwerken anders, ÖsterreichInnen sind überdurchschnittlich lange im Netzwerk aktiv, genutzt werden meist die primären Kommunikationstools und auch andere Soziale Netzwerke finden parallel Verwendung. Es wurde weiters aufgezeigt, dass es enorme Zuwächse in Österreich gegeben hat – 2009 war wohl DAS Facebook-Jahr für uns. Auch international hat sich einiges getan. In den USA würde beispielsweise Google von unserem Lieblingsnetzwerk in den Zugriffszahlen überholt. Twitter wurde zu einem der wichtigsten Medien (nicht nur) für JournalistInnen und auf Youtube werden mittlerweile pro Minute 24h Videomaterial raufgeladen. Vor ca. 5 Jahren gab es all die Netzwerke noch gar nicht. Ein Ausblick ist also schwierig und meine Beiträge hier nur ein kurzer Einblick in den Ist-Stand vom Jahreswechsel 2009/2010. Seitdem haben sich immerhin schon wieder 300.000 neue UserInnen aus Österreich bei Facebook angemeldet – es bleibt also weiterhin spannend für uns KommunikationswissenschaftlerInnen!😉

In eigener Sache
Ich muss diese Woche mein Thema für die BAKK2-Arbeit einreichen (Einschränkung: „Jugend und Medien“). Ich habe bereits einige gute Ideen dafür, aber wenn mich jemand für kommerzielle Forschung „buchen“ will, nehme ich auch gerne Aufträge an! Schreibt mir einfach.

Forschung Spezial ist mit diesem Post nicht beendet! Ich habe noch ein paar Projekte laufen bzw. vor kurzem abgeschlossen. Aber zuerst kommen voraussichtlich ein paar Videointerviews mit internationalen WissenschaftlerInnen, die ich auf der Enable!-Konferenz aufgenommen habe online! Stay tuned – und nicht vergessen, meinen Blog zu abonnieren!


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2 responses

29 03 2010
Nicole

früher, da traf man sich zur Kontaktpflege an Orten wie der Kneipe, man schrieb Briefe, dann kam das Telefon und die Visitenkarten und das Telefonbuch, dann kam das Handy.. nun scheint die Nutzung von Facebook und Co vor allem der einer erweiterten Visitenkarte zu sein, die stark an das Meine-Freunde-Buch aus der Grundschulzeit erinnert, welches damals schon eher von Mädchen genutzt wurde. Männer mit ihrer Kommunikationsmuffeligkeit kommt das Internet sehr entgegen, da die Hemmschwelle sinkt. Leider vergessen sie manchmal das es auch noch andere Wege zur Kontaktaufnahme und Pflege gibt. Man will dazugehören. Wer nicht im Social Internetwork seiner Freunde ist, fürchtet was zu verpassen. Am Ende landet man bei Facebook da es neutral wirkt, alle ansprechen und vereinen will… Irgendwann ist es wie mit der Handynummer oder Email: man hat eine Kennung, die Wahl der Plattform, der Software ist dann Geschmacksache, die Grenzen zwischen den Anbietern lösen sich auf da es umständlich ist in jedem Netzwerk angemeldet zu sein aber jeder Anbieter ein Stück vom Kuchen will… just my 2 cents.

27 11 2010
Forschung Spezial – Facebook Teil 2 – Dominik Gubi

[…] Dies hier ist Teil 2 meiner dreiteiligen Facebook-Forschungs Reihe Forschung Spezial – Facebook Teil 1 Forschung Spezial – Facebook Teil 3 […]

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