Wie man zwei Filme dreht

17 04 2010

Die Freitagsrunde, traditionelle Lehrveranstaltung des Instituts für Theater-, Film- und Medienwissenschaft, dicht gespickt mit Vortragenden aus Radio, Film und Fernsehen und sich schmückend mit berühmten Absolventen wie Stefan Ruzowitzky, hat mich dieses Semester im Praxisteil vereinnahmt. Stolz kann ich behaupten wohl einer der letzten Kommunikationswissenschaftler zu sein, die sie besuchen darf – eh schon wissen, neue Studienpläne und so.
Ziel des Spiels ist es, nach ausführlichster Schulung in Drehbuch, Regie, Dramaturgie, Schnitt, Kamera, Licht, Ton, Teamwork, Storyboard, etc. zu Semesterende einen Kurzfilm abzugeben. Nicht zu selten wird betont, sich ein leicht verfilmbares Thema auszusuchen, sich am Mainstream zu orientieren, auf keinen Fall mit Kindern zu arbeiten oder gar Nacktszenen oder aufwändige Requisiten einzusetzen – und auf gar keinen Fall zu beginnen, bevor nicht jeder einzelne Schritt der Filmproduktion im Unterricht genaustens durchgegangen wurde.

Mein Team hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Themen gescheiterte Ehen, häusliche Gewalt, Betrug, Fremdgehen und Kindesmissbrauch filmisch anzusprechen und gesellschaftskritisch zu verarbeiten – mit guten Kulissen, Nacktszenen und mit Kindern. Und habe ich schon erwähnt, dass wir gleich zwei Filme drehen?

Erstes Casting mit einer Armada von 3 Kameras

Natürlich mussten wir da schon früh starten, um alles rechtzeitig organisieren zu können. Nach ein paar Treffen fand auch schon bald das erste Casting statt, Wohnungen, Büros, Häuser, Zimmer wurden als Drehorte angefragt und abfotografiert/-gefilmt und etliche Probedrehs absolviert. Gestern waren wir den ganzen Tag in Wien unterwegs, um Requisitenfotos zu schießen (für Bilder, die in der Wohnung an der Wand hängen), heute ist wieder ein Casting und morgen fahren wir uns Drehorte ansehen. Das ideale Programm also, wenn man gerade einen neuen Job hat bzw. im letzten Unisemester ist und so Kleinigkeiten wie BAKK-Arbeiten schreiben muss. Wir treffen uns also bereits täglich, aber das ist halb so schlimm, wie es sich anhört.
Unser Team hat nämlich was besonderes – es ist stimmig, es funktioniert reibungslos und ich bin echt glücklich, ein Teil davon zu sein. Noch nie konnte ich so gut arbeiten, Ideen einbringen und Dinge diskutieren. Wir sitzen teilweise bis Mitternacht und keinem wird fad dabei. Und ab und zu hören wir uns halt die Kritik vom Lehrer an, dass wir erst in einem Monat zu drehen beginnen sollen und nicht schon nächste Woche, weil wir ja unser Wissen erst durch die LV erlangen müssen, oder auch, dass er uns keine Requisiten vom ORF borgen will, da das unfair anderen gegenüber wäre.

Wenn wir mal einen Tag nicht zusammensitzen, findet die Kollaboration findet über Drop.io, Dropbox, ein eigenes Forum, Email, PMs und übers Handy statt. Die ganzen Testvideos kommen passwortgeschützt auf Vimeo – dieses Vorgehen kann ich nur weiterempfehlen.😉

Ein Requisitenfoto für ein Bild in der Wohnung

Nächste Woche wird der erste Film gedreht – falls noch jemand eine große zweistöckige Wohnung mit Stiegenhaus hat – immer nur her damit! Achja – eine Volksschülerin bräuchten wir für Film#2 auch noch.
Ich halte euch auf jeden Fall auf dem Laufenden.


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