Eins zwei oder drei

29 09 2009

Die erste Anmeldephase ist vorbei und ich habe es in drei von vier Lehrveranstaltungen hineingeschafft, meine Wahlfächer sind noch idle.
Bis zur letzten Sekunde hab ich taktiert, Punkte abgezogen, woanders investiert und gehofft – und so wie es aussieht bin ich nochmal mit einem blauen Auge davongekommen und mein Abschluss in Mindeststudiendauer ist (bis zur Anmeldung zu neuen Kursen im nächsten Semester) derzeit nicht gefährdet.

Anders geht es einigen Kolleginnen und Kollegen. Ein paar haben alle 1000 Punkte auf eine Veranstaltung gesetzt und sind nicht reingekommen, andere werden nicht aufgenommen, da es sich bei den LVs um Übungen für Doktoranden handelt, dies aber nirgends angekündigt wurde.
Ein besonderes Zuckerl ist auch, dass das Anmeldesystem (natürlich unangekündigt) im Hintergrund den Stundenplan der gewünschten Lehrveranstaltungen gescannt hat und wenn sich z.B. eine Übung mit einer Vorlesung überschneidet (wenn auch nur ein einziges Mal bei Blockveranstaltungen) oder wenn eine LV zu Ende ist und die nächste zur selben Zeit anfängt (auch wenn sie im selben Lehrsaal stattfindet), man, egal wieviele Punkte gesetzt, automatisch aus der Übung (nicht aus der Vorlesung, die ja keine Veranstaltung mit Anwesenheitspflicht ist) rausfliegt.
Toll, oder?
Was sich die Uni immer alles einfallen lässt.

Achja. Zu meinen vorigen Postings: Weder die Wahlfachverantwortliche noch die Studienvertretung haben bis dato etwas von sich hören lassen, dafür wurde aber zumindest deren Website endlich upgedated – um den Termin fürs Publizistikfest anzukündigen.
Danke.

Advertisements




Der Tragödie zweiter Teil

23 09 2009

Bei uns gehts ja mittlerweile zu wie in der Politik. Irgendein Schwachsinn wird im Alleingang in einer Hauruck-Aktion über Nacht ohne Expertenkonsoldierung eingeführt und dann funktioniert nichts und die von den Änderungen Betroffenen laufen Sturm. Dann wird in einer weiteren Hauruck-Aktion irgendwas anderes gebastelt, was dann so ähnlich ist wie das alte, nur teurer und komplizierter…

Wir müssen ja freie Wahlfächer aus anderen Studienrichtungen absolvieren, die wir je nach Forschungsinteresse mehr oder weniger beliebig wählen dürfen. Diese wurden kommentarlos durch ein neues System, so genannten Erweiterungscurricula ersetzt. Leider sind die wählbaren Wahlfächer nun sehr stark begrenzt und die, die ich bis jetzt in meinem Faible für Medienwissenschaft und Psychologie gemacht habe, passen da so gar nicht hinein.
Die Änderung hat natürlich einen Sturm der Ratlosigkeit ausgelöst. Man konnte sich plötzlich im tollen neuen Anmeldesystem nur noch für Fächer in den Erweiterungscurricula anmelden und irgendwie traute man dem Institut zu, dass nun nur noch der neue Plan gilt bzw., noch schlimmer, fürs neue System unpassende Prüfungen einfach nicht mehr angerechnet werden.
Kollegen inskribierten im Eifer des Gefechts in andere Studienrichtungen, waren kurz davor das Studium zu schmeißen oder wurden von der einen Minute zur anderen zu starken Kaffetrinkern und Rauchern.

Freie Wahlfächer alt Freie Wahlfächer neu

Logisch gedacht ists natürlich ein Blödsinn, aber als angehender Kommunikationswissenschaftler (der seinem Institut mittlerweile schon alles zutraut) braucht man Gewissheit bzw. check und double-check.
Also mal doppelt gecheckt – und zwar die Seite der Uni und der Studienvertretung – und natürlich keinerlei Information gefunden. Lediglich eine Verordnung weist darauf hin, dass doch irgendwie beides gilt, aber nicht für jeden und schon gar nicht rückwirkend für diese und jene.

Die Zeit drängt, schließlich ist am Sonntag Deadline für die Anmeldungen. Also die Verantwortliche für die Wahlfächer angeschrieben. Man braucht ja gar nicht mehr zu raten… richtig, die ist bis Montag im Urlaub. Steht ja nix dringendes an, wenn man kurz vor Semesteranfang den Studienplan und das Anmeldesystem grundlegend ändert.

Also setzt man sich mit dem EDV-Koordinator in Verbindung, der nicht mehr zuständig ist, da das System geändert wurde. So kommt man dann endlich zum Support durch und erfährt, dass nicht der Studienplan daran schuld ist, dass man sich im System nicht anmelden kann, sondern ein EDV-Fehler vorliegt und jeder Student seine Wahlfächer manuell per Email übermitteln muss, damit er für diesejene freigeschalten wird und sich danach über das tolle neue Anmeldesystem anmelden kann.

Na gut, angemeldet bin ich nun für die Wahlfächer, aber darf ich die jetzt überhaupt machen? Also spazierte ich zur Studienberatung an die Hauptuni. Die wussten dort weniger als ich über das neue System bescheid und so endete die Geschichte, dass ich die Kollegen 20 Minuten lang auf den neuesten Stand brachte und hoffentlich davon überzeugte, nach über einem Monat doch mal so etwas wie eine FAQ oder zumindest ein kleines Update auf die Startseite der Studienvertretung zu posten und das heillose Durcheinander an Gerüchten und Halbwahrheiten in den Foren zu zerstreuen.

Ich weiß jetzt ungefähr, wie das mit dem Anmeldesystem und den Wahlfächern funktioniert. Aber weiß das auch jemand, der nächste Woche sein Studium beginnt bzw. wieder aufnimmt? Wird wohl noch eine spannende Woche…

Kollegin Kolisch hat übrigens auch dazu wieder gebloggt: klicken Sie hier für einen Qualitativ höherwertigen Artikel.





Studium 2.0

16 09 2009

Das neue Semester beginnt und wie immer wurde wieder alles verändert, neu gestaltet und noch mehr verbürokratisiert. Ein Einblick ins Studium an der Hauptuni Wien.

Da es ja nun keine Studiengebühren und Aufnahmetests mehr gibt, muss man die Studentenzahlen anderweitig reduzieren. Derzeit gelingt es hervorragend durch massive Demotivierung der Studenten bzw. extreme Verzögerungen der Studiumsdauer bis man sichs halt nicht mehr leisten kann bzw. auch das letzte Stipendium ausläuft.

Ich bin ja spätberufener Student, sollte also dementsprechend Gas geben und das Studium in Mindestdauer schaffen, was auch kein Problem wäre, würde man nicht mit allen Mitteln der Kunst gebremst und verzögert. Meine Hauptkritikpunkte:


Das Anmeldesystem:

Ich rätsle derzeit seit 4 Tagen (in denen ich eigentlich für die kommenden Prüfungen lernen wollte) über das neue System des Instituts. Bis voriges Semester wurden je an 3 Tagen schubweise die Anmeldungen freigeschalten und derjenige mit dem schnellsten Mausfinger und besten Nerven bei stundenlangen Serverausfällen bekam den Zuschlag. Nicht optimal, aber ich bin überall hineingekommen und konnte, falls doch mal etwas voll war, noch schnell woandershin ausweichen oder auf den nächsten Schub warten.
Nun haben wir eine Punktvergabe. Die Beschreibung von der Studienprogrammleitung lautete kurz gesagt: „Neues Anmeldesystem. Es gibt Punkte, die muss man nach Präferenz verteilen.“
Wieviele Punkte man zur Verfügung hat, welche Lehrveranstaltungen betroffen sind, ob man die Punkte auch für die Wahlfächer nehmen muss, was passiert, wenn mehrere dieselbe Punktezahl haben… kein Hauch einer Info.
Nach einem Tag herumtelefonieren war das dann in etwa klar – also ab zur Anmeldung für die Prüfungen aus dem letzten Sommersemester, die aber unauffindbar waren. Die Lösung: Prüfungen aus den letzten Semestern sind nun im Verzeichnis des kommenden Semesters.
Naja, dann mal für ein Wahlfach anmelden. Funktioniert nicht, da man dafür Studienplanpunkte angeben muss, also wofür die Vorlesung angerechnet werden soll. Leider sind diese nicht im System, man kann sich also nicht anmelden.
Fast vergessen… es gibt Studenten, die nur 1, 2 Lehrveranstaltungen an meiner Fakultät besuchen. Ich mach etwa 9. Wenn ich also jeder VO nur etwas über 100 Punkte geben kann, werd ich wohl gar nirgends reinkommen. Es ist also sinnloses Warten und Taktieren angesagt. Sehr sinnvoll vor allem, wenn man vom Stipendium abhängig ist und dank Altersdiskriminierung ohnehin für Öffis etc. jedes Semester fünfmal mehr als der „Normalstudent“ zahlen muss.

Das Modulsystem:
Aufnahmeprüfungen darf man keine mehr machen, also muss man die Studenten anders aussortieren. Wie wärs mit einem Modulsystem, bei dem man im ersten Semester 3 LVs besuchen und positiv absolvieren muss, damit man im zweiten Semester die nächsten 3 machen darf und positiv sein muss…? Erst DANN darf man andere Fächer belegen. Wenn eine Prüfung fehlt muss man halt ein Jahr warten. Klingt wie sadistische Utopie? Nein, so ists wirklich.

Die Lernplattform Fronter:
Als ich zu studieren begonnen habe, gabs Blackboard Vista und Moodle. Sie hatten zwar nicht viele Sympathien, waren aber dennoch brauchbar. Gute Foren zum Mitschriften tauschen, Streams und Materialien übersichtlich angeordnet.
Dann kam Fronter.
Schon beim Einstieg muss man mal eine Minute warten, bis man etliche Zertifikate bestätigt hat, danach muss man seine Nation wählen, wo es so ca. alles außer Österreich gibt. Oft wird im Zuge der Anmeldung der ganze Firefox ins Nirwana gerissen. Im Unterverzeichnis der LV angekommen gibt es (manchmal) ein einziges Forum für alle Angelegenheiten, in dem man keinerlei Anhänge uploaden kann.
Will man seine Mitschriften teilen, muss man sie in einen Container laden, in dem auch alle Vorlesungsunterlagen, Streams, Lektüren des LV-Leiters kreuz und quer drinnen sind. Will man sich etwas runterladen, muss man sich durch ein Windows 3.11 Interface kämpfen. Seit der Einführung wagt sich fast kein Student mehr in das System, das interne Forum ist praktisch tot und die Materialien werden in diversen Foren, in Facebook oder via Email getauscht.

So… Frust von der Seele geschrieben. Ich geh mich nun weiter mit dem Anmeldesystem ärgern.

Ps.: I am not alone